Auch Atommüll muss irgendwo gelagert werden. Die Sissacher Firma Frech-Hoch AG liefert im 2009 Container für Fässer mit atomarem Inhalt ins Würenlinger Zwilag.
Andreas Schwald
So einen Auftrag gibts nicht alle Tage. Das Sissacher Unternehmen Frech-Hoch AG hat in einer internationalen Ausschreibung den Zuschlag für eine Lieferung von rund 50 Containern ins Würenlinger Zwischenlager nuklearer Abfälle (Zwilag) erhalten. Dies teilte die Geschäftsleitung der Frech-Hoch am Dienstag mit.
Bei den Containern handelt es sich um Gestelle verschiedener Grösse, in denen bis zu 40 Fässer mit «leicht- bis mittel»-radioaktivem Inhalt gelagert werden können, wie Frech-Hoch-Geschäftsleiter Andreas Ott gegenüber der «Volksstimme» sagt. Das Besondere: Die Container müssen nicht nur hochwertig gefertigt sein, sondern auch über eine Erdbebensicherung verfügen. «Das hat der Kunde vorgegeben», so Ott.
Das sieht dann so aus: An den Aussenseiten der Container befinden sich – wie an einem Eisenbahnwagen – Puffer, die ein allfälliges Schütteln oder Schwanken abfedern. Was auch nötig sei, so Ott, da die Gestelle mit den Fässern gestapelt würden und über ein ansehnliches Gewicht verfügten.
Den Zuschlag für die Lieferung hat die Frech-Hoch laut Ott auch deswegen erhalten, weil in den Sissacher Produktionsräumen nicht nur professionelle Schweisser, sondern auch Schweissroboter im Einsatz sind. Das wirke sich entsprechend auf Qualität und Kosten aus.
«An sich ist das Produkt nichts Spektakuläres», relativiert Ott. Die Anforderungen zum einen und der Verwendungszweck zum andern seien aber durchwegs «nicht alltäglich». Die Produktion der Container startet dieser Tage, geliefert wird im ersten Quartal 2009. Ott geht davon aus, dass diese Lieferung nicht die letzte bleiben wird.
Das Würenlinger Zwischenlager ist eine Aktiengesellschaft der Schweizer Kernkraftwerkbetreiber, in der radioaktive Abfälle aller Kategorien sowie abgebrannte Brennelemente zentral gelagert, verarbeitet, verpackt und überwacht werden – bis sie in ein allfälliges Endlager überstellt werden können.
Warten auf ein Endlager
Das Zwilag ist seit 2001 in Betrieb. Offiziell schafft die Anlage «die Voraussetzung, um die geologischen Abklärungen für die endgültige Lagerung der radioaktiven Abfälle im geologischen Untergrund sorgfältig und ohne Zeitdruck weiter zu verfolgen», wie es auf der Website des Zwilags heisst.
Derweil will der Bund in der Endlagerfrage vorwärts kommen. Anfang November hatte die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) mögliche Standorte von Endlagern bekannt gegeben. Für hochradioaktive Abfälle kommen laut Nagra Gebiete im Zürcher Weinland, in der Umgebung Lägeren in den Kantonen Aargau und Zürich sowie beim Bözberg infrage. Für schwach- bis mittelaktive Abfälle seien zudem Standorte am Jura-Südfuss, im Schaffhauser Südranden und beim Wellenberg in den Kantonen Nid- und Obwalden möglich.
Die Auswahl erfolgte aufgrund von Kriterien, die der Bundesrat in einem Sachplan im vergangenen April verabschiedet hat. Wie Nagra-Geschäftsleiter Thomas Ernst an der Medienkonferenz vom November sagte, sei das Ziel, in rund zehn Jahren die Standortwahl der Tiefenlager «im Einvernehmen mit den Regionen» abzuschliessen.





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